Schwerlast-Befestigungen in Mauerwerk mit Injektionsankern

Technische Regel für Zugversuche auf der Baustelle

Die Tragfähigkeit von Injektionsankern für Befestigungen in Mauerwerk ist maßgeblich vom verwendeten Mauerstein abhängig. Ist in der ETA des Injektionsankers der charakteristische Widerstand für den auf der Baustelle vorgefundenen Mauerstein angegeben, sind keine Versuche auf der Baustelle erforderlich.

Die Vielzahl unterschiedlicher Mauersteine macht es praktisch unmöglich, charakteristische Widerstände für Injektionsanker in jedem Mauerstein (im Alt- oder Neubau) zur Verfügung zu stellen. Fehlt diese Information, kann diese über Zugversuche auf der Baustelle ermittelt werden.

ETAs für Injektionsanker verweisen zur Durchführung von Zugversuchen auf der Baustelle auf den EOTA Technical Report 053 „Recommendations for job-site tests of metal injection anchors for use in masonry“ (bzw. auf den durch diesen Technical Report abgelösten ETAG 029 Anhang B). Das DIBt empfiehlt, die unter Beteiligung von CFG entwickelte  Technische Regel des DIBt Durchführung und Auswertung von Versuchen am Bau für Injektionsankersysteme im Mauerwerk mit ETA nach ETAG 029 bzw. nach EAD 330076-00-0604 (Stand: Dezember 2016) zu verwenden. Sie stellt hierfür den aktuellen Stand der Technik in Deutschland dar.

Die Technische Regel beschreibt die Ermittlung der Tragfähigkeit mit Hilfe von Auszugsversuchen, Probebelastungen sowie so genannten Abnahmeversuchen.

Die neuen Abnahmeversuche sind eine kostengünstige Alternative und insbesondere dann von Nutzen, wenn zerstörende Prüfungen am Bauwerk vermieden werden sollen bzw. die Ermittlung der Tragfähigkeit nur für wenige Anker erforderlich ist. Die so geprüften Injektionsanker können sogar für den geplanten Lastabtrag verwendet werden.